Lahr: Juden-Hasser attackieren Pogromnacht-Gedenkfeier | Regional
Lahr (Baden-Württemberg) – Sie wollten in Stille erinnern. Doch dann wurden sie Opfer einer hässlichen Attacke durch Juden-Hasser.
Am Sonntag versammelten sich 15 Menschen im Friedrich-Ebert-Park in Lahr (Baden-Württemberg), viele mit Israel-Fahnen. An diesem Tag vor 87 Jahren (9. November 1938) hatten die Nationalsozialisten eine landesweite Gewaltaktion gegen Juden organisiert, bei der Synagogen angezündet, Geschäfte zerstört und Tausende Menschen verschleppt wurden.
Ein Polizeisprecher: „Die Personen hatten sich gegen 16.30 Uhr versammelt, um gemeinsam zu gedenken und zu beten.“ Auf Videos ist zu sehen, wie die Teilnehmer – darunter viele ältere Menschen und ein Kind – ein Lied singen.
Die Gäste der Mahnveranstaltung singen Lieder und beten
Foto: Privat
Angreifer versucht, Israel-Flagge anzuzünden
Plötzlich taucht ein Mann mit Palästina-Fahne auf, wirft Parolen in die Menge, grinst provozierend, ruft „Free Palestine“. Weitere Männer folgen. Sie stören das Gedenken, brüllen anti-israelische Parolen.
Dann eskaliert die Situation: Ein Mann im schwarzen Adidas-Anzug reißt einer Teilnehmerin die Israel-Fahne aus der Hand – und rennt davon. Nach Angaben der Polizei versuchte er anschließend, „diese in Brand zu setzen“.
Ein Tatverdächtiger wird wenig später gefasst. 17 Jahre alt, syrischer Flüchtling. Ihm wird der Raub der Fahne vorgeworfen.
Dieser Störer belästigte die Teilnehmer und soll sie dabei laut Zeuge Bilal Aloge auch beleidigt haben
Foto: Privat
Tatverdächtige sind polizeibekannte Flüchtlinge
Auch ein 32-jähriger Mann wird vorläufig festgenommen. Nach Polizeiangaben ist er staatenlos und ebenfalls Flüchtling aus dem arabischen Raum. BILD erfuhr: Beide Verdächtige sind polizeilich bekannt, jedoch nicht einschlägig.
Polizisten konnten die geraubte Israel-Flagge sichern
Foto: Privat
Zeuge: „Es war sehr bedrohlich, wir hatten Angst“
Gastronom Bilal Aloge (50) war zufällig vor Ort, hatte sich spontan der Gedenkfeier angeschlossen. Er zu BILD: „Es war furchtbar. Die ganze Zeit wurden wir als ‚Hurensöhne‘ beschimpft, ständig wurde ‚Tod Israel‘ gebrüllt. Ich schätze die Zahl der Störer auf rund 20 junge Männer. Es war sehr bedrohlich, wir hatten Angst.“
Innenminister verurteilt Attacke mit aller Schärfe
Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (65, CDU) ist entsetzt: „Es ist beschämend und völlig inakzeptabel, wie sich antisemitischer Hass, Hetze und Gewalt auf unseren Straßen breitgemacht hat – das verurteile ich mit aller Schärfe.“
Auch Lahrs Oberbürgermeister Markus Ibert (57, parteilos) ist schockiert: „Der Vorfall hat mich tief erschüttert. Eine solche Handlung ist nicht nur ein Angriff auf ein Staatssymbol, sondern im Falle der israelischen Flagge auch auf ein Symbol des Judentums – und nicht zuletzt ein Angriff auf das friedliche Zusammenleben in unserer Stadt.“
Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (65, CDU) nennt die Attacke „beschämend und völlig inakzeptabel“
Foto: Reinhard Roskaritz
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