Preis für Verständigung und Toleranz: „Schweigen ist nicht Gold“ | Unterhaltung
Berlin – Seit 2002 verleiht das Jüdische Museum Berlin (JMB) zusammen mit den FREUNDEN DES JMB jährlich den Preis für Verständigung und Toleranz – und noch nie war diese Auszeichnung so wichtig, wie heute.
Dass wir in Deutschland wieder über Antisemitismus sprechen müssen, sollte 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs eigentlich unvollstellbar sein, ist aber leider Realität. Der Besuch der renommierten Auszeichnung war daher zum einen für Gäste wie Ex-Bundesfinanzminister Christian Lindner oder Schauspiel-Ikone Iris Berben eine Selbstverständlichkeit.
Zeichen gegen Antisemitismus
SchauspielerinIris Berben (75) und ihr Lebensgefährte Heiko Kiesow (65)
Foto: IMAGO/Berlinfoto
Das stärkste Zeichen war aber die Wahl der Preisträger: ausgezeichnet wurden die Ex-US-Botschafterin Amy Gutmann und der israelischen Physiker Daniel Zajfman. Gutmann ist Tochter eines jüdischen Emigranten aus Franken und war von 2022 bis 2024 Botschafterin der Vereinigten Staaten in Deutschland.
Ex-Bundesfinanzminister Christian Lindner (46) mit seiner Ehefrau Franca Lehfeldt (36)
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Botschafterin Gutmann war „ein Glücksfall“
Ihre Berufung bezeichnete Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland, bei seiner Laudatio im Glassaal des Jüdischen Museums als „großen Glücksfall für unser Land.“ Gutmann, so befand Klein, führte „jüdisches Leben mit einer Selbstverständlichkeit in den Alltag ein, die wir uns überall in Deutschland wünschen würden.
Daniel Zajfman wurde 1959 in Brüssel als Nachkomme von Holocaust-Überlebenden geboren und prägte als Präsident das Weizmann Institute of Science. Zudem initiierte er zahlreiche Kooperationen zwischen Israel und Deutschland.
Bei ihrer Rede bedankte sich Gutmann bei den Anwesenden für ihren Einsatz gegen Hass und Antisemitismus und wandelte ein bekanntes Sprichwort um: „Schweigen ist eben nicht Gold“, sagte die Ex-Botschafterin. „Wenn jüdische Menschen angegriffen werden, einfach nur, weil sie jüdisch sind, dann ist das purer Antisemtismus. Dagegen müssen wir aufstehen und unsere Stimme erheben.“
Dies betonte auch Friedrich Merz: „Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um Antisemitismus in all seinen alten und neuen Formen zu bekämpfen“, sagte der Bundeskanzler in seinem Grußwort vor der Preisverleihung. „Wir werden das Existenzrecht Israels verteidigen, das nach wie vor immer lauter auf deutschen Straßen infrage gestellt wird. Der Kampf gegen Antisemitismus ist und bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“
Weitere Gäste des Abends
„Tagesthemen“-Legende Ulrich Wickert (82) und seine Frau Julia Jäckel (54)
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Philipp Amthor (33), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesdigitalministerium, mit seiner Partnerin Carlotta Voß
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Bundeskanzler Friedrich Merz mit Ehefrau Charlotte Merz
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Publizist Michel Friedman (69) mit Hetty Berg
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Friede Springer
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Amy Gutmann (75), von 2022 bis 2024 Botschafterin der Vereinigten Staaten von Amerika in Deutschland, mit ihrem Ehemann Michael Michael W. Doyle (77)
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Direktorin Hetty Berg begrüßte auch den israelischen Botschafter Ron Prosor (67) im Jüdischen Museum
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