Feuer in Wohnhaus-Komplex in Hongkong: Der Morgen danach – Tote, Verletzte, Vermisste | News
Hongkong – Es ist Tag geworden in Hongkong. Das Feuer, das in sieben Häusern eines Wohnkomplexes im Stadtteil Tai Po wütete und die Nacht mit seinem apokalyptischen Leuchten erhellt hat, ist in Teilen unter Kontrolle. Rauch ist über den Gebäuden zu sehen. Viele der Bewohner konnten sich nicht rechtzeitig retten. In der Nacht zu Donnerstag stieg die Zahl der Opfer auf 44. Laut Polizei gab es erste Festnahmen. Mindestens 900 Menschen schliefen in Notunterkünften.
Vierzig Menschen starben laut Behörden noch am Brandort, vier weitere erlagen ihren Verletzungen im Krankenhaus. 279 weitere Personen werden aktuell vermisst. Das ist der Stand um 8 Uhr am Donnerstag in Hongkong (1 Uhr deutsche Zeit).
Bei dem betroffenen Wohnkomplex Wang Fuk Court handelt es sich um ein gigantisches Areal aus acht Wohnblöcken mit fast 2000 Wohneinheiten für etwa 4600 Bewohner.
Donnerstag, 27. November, Hongkong. Rauch steigt aus den Wohnruinen in den Morgenhimmel. Das Feuer hat gewütet, aber die Gebäude stehen noch
Foto: Tyrone Siu/REUTERS
Die Feuerwehr kämpfte mit fast 900 Einsatzkräften gegen die Flammen
Foto: Reuters
Brände in einigen Hausblöcken gelöscht
Das Feuer wurde erstmals am Mittwoch um 14.51 Uhr Ortszeit gemeldet und entwickelte sich schnell zu einem Inferno. Riesige dunkle Rauchwolken stiegen am Brandort im Wang Fuk Court hoch in den Himmel, als sich die Flammen schnell auf sieben von acht Wohnblöcken der Siedlung ausbreiteten. Menschen stehen verzweifelt davor, weinen, schreien.
▶︎ Am Donnerstag gegen 6.30 Uhr waren die Brände in vier der sieben Häuserblöcke unter Kontrolle, während die Löscharbeiten in den verbleibenden drei Blöcken andauern. Die Suche nach Vermissten, Verletzten und möglicher weiterer Toter begann in den unteren Etagen und erstreckt sich nun vom 13. bis zum 23. Stock.
Diese Bilder machen Angst: Das Feuer fraß sich erbarmungslos durch die Gebäude
Foto: Chan Long Hei/AP/dpa
Was ist die Brandursache?
Die acht Wohnblöcke der Anlage wurden seit Juli 2024 renoviert und waren von Bambusgerüsten und grünem Netzgewebe umgeben. Aufnahmen vom Unglücksort zeigen, wie mehrere der Gerüste in Flammen stehen und brennende Teile zu Boden fallen.
Viele Menschen sind verzweifelt
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Bewohner suchen Zuflucht in einer provisorischen Notunterkunft in der Nähe der Wohnanlage Wang Fuk Court im Hongkonger Stadtteil Tai Po
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Sicherheitsminister Chris Tang nannte die rasante Ausbreitung des Feuers „verdächtig“. Der Leiter der Feuerwehr, Andy Yeung Yan-kin, gab bekannt, dass 888 Einsatzkräfte im Dienst seien und einige von ihnen brennendes Styropor entdeckt hatten. Das Material habe die Ausbreitung des Feuers beschleunigt. Laut „South China Morning Post“ waren Fenster mit dem Styropor abgedichtet gewesen.
Was das Feuer entfacht hat, müssen die Ermittlungen zum Inferno klären.
Drei Festnahmen wegen Feuer in Hochhäusern
Während die Regierung mitteilte, dass die Bauaufsichtsbehörde stets strenge Brandschutzbestimmungen für die in Gerüsten verwendeten Materialien durchgesetzt habe, gab die Polizei die Festnahme von drei Männern wegen Totschlags bekannt. Dabei handelt es sich um zwei Geschäftsführer und den Ingenieur des Bauunternehmens, das die Renovierung durchführte. Die Männer sind zwischen 52 und 68 Jahre alt.
„Die Polizei hat Grund zu der Annahme, dass die verantwortlichen Personen des Unternehmens grob fahrlässig gehandelt haben, was zu dem Vorfall führte und dazu, dass sich das Feuer schnell ausbreitete, was wiederum zu schweren Opfern führte“, sagte Senior Superintendent Eileen Chung Lai-yee.
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