Terroranschlag in Sydney: Held wird massiv bedroht | News
Sydney – Er rettete Leben – und bekommt dafür nun Hass. Ahmed al-Ahmed (44), der syrisch-australische Gemüsehändler, der beim Terroranschlag am Bondi Beach einen der Angreifer entwaffnete, wird in sozialen Netzwerken massiv angefeindet.
Wie unter anderem die „New York Post“ berichtet, tauchen vor allem in palästinensischen Online-Foren Beschimpfungen und sogar Drohungen gegen den 44-Jährigen auf. Nutzer nennen ihn einen „Verräter“, weil er während einer jüdischen Chanukka-Feier eingriff und einen der Attentäter zu Boden brachte.
Vater und Sohn erschossen 15 Menschen
Der Terroranschlag am Sonntag hatte 15 Menschen das Leben gekostet, Dutzende wurden verletzt. Zwei bewaffnete Männer – Vater und Sohn – eröffneten das Feuer auf die Feiernden. Al-Ahmed schlich sich von hinten an einen der Täter heran, überwältigte ihn und entriss ihm die Waffe. Ein Zugriff, der nach Einschätzung von Ermittlern vermutlich zahlreiche weitere Opfer verhinderte. Sein Cousin sagte der Nachrichtenagentur AP: „Ahmed hat ohne zu zögern gehandelt, um unschuldige Menschen zu schützen.“
Von hinten springt der Held (weißes T-Shirt) auf den Attentäter, der die Pumpgun hält ….
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… und hält den wegkriechenden Attentäter mit dessen Waffe in Schach
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Hasswelle im Netz: 75 Prozent negative Kommentare
Laut einer Auswertung von Palestinian Media Watch seien in Reaktionen auf Berichte über al-Ahmed rund 75 Prozent der Kommentare negativ ausgefallen. Einige warfen ihm vor, „sich für Juden aufgeopfert“ zu haben. Andere wurden deutlicher: Ein Nutzer drohte laut „Daily Mail“, „bei Allah“ werde man ihn „in Stücke hacken“.
Gleichzeitig gibt es aber auch Gegenstimmen. Einige Kommentierende lobten den 44-Jährigen als „wahren Muslim“ und hoben seinen Mut hervor.
Millionen-Spenden für den Lebensretter
Während im Netz ein Teil gegen ihn hetzt, erfährt al-Ahmed in Australien enorme Unterstützung. Eine Spendenaktion brachte bis Dienstagabend bereits mehr als 2,3 Millionen australische Dollar (rund 1,4 Millionen Euro) ein – über 40 000 Menschen beteiligten sich daran. Unter den Spendern: der US-Milliardär und Hedgefonds-Manager William Ackman (59), der umgerechnet rund 99.000 australische Dollar zusagte.
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