Handball-EM: Kapitän droht Sperre! Gislason-Frust wegen Golla-Rot | Sport
Müssen unsere Handballer den Auftaktsieg in der EM-Hauptrunde gegen Portugal (32:30) teuer bezahlen?
Diese Frage stand nach dem Rot für Johannes Golla (28) im Raum, es drohte eine Zwangspause. Der DHB-Kapitän hatte Portugals Francisco „Kiko“ Costa (20) bei einer Abwehraktion zunächst gehalten und ihn anschließend mit der Hand im Gesicht getroffen. So zeigten es die TV-Bilder. Die schwedischen Schiedsrichter Mirza Kurtagic und Mattias Wetterwik sahen sich die Szene mehrfach am Bildschirm an und entschieden sich für Rot. Für viele Beobachter blieb diese Entscheidung auch nach der wiederholten Videoüberprüfung unverständlich.
Jetzt gibt es das große Aufatmen: Golla erhält für die Rote Karte keine Sperre, steht also im nächsten Spiel zur Verfügung.
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Quelle: ARD
Golla selbst nahm kurz nach dem Spiel Stellung. „Am Ende habe ich da keinen Einfluss drauf. Ich kann nur sagen, dass das natürlich keine Absicht ist, dass ich ihn auch nicht im ersten Kontakt treffe, sondern im zweiten Kontakt. Deswegen ist es eine Situation, die einfach passiert. Die Schiedsrichter sagen, es ist zu viel für zwei Minuten, und dann muss man das akzeptieren. Warten wir ab, was passiert.“
Auch Bundestrainer Alfred Gíslason (66) ließ seinem Frust freien Lauf. „Aus meiner Sicht war das gar keine Rote Karte. Man kann maximal zwei Minuten dafür geben. Golli greift ihn an der Brust am Trikot, und Costa schmeißt ihn ja um und bekommt dann anschließend die Hand von Golli ins Gesicht. Wenn das eine Rote Karte ist, dann verstehe ich das nicht so richtig.“
Sportlich läuft es für Deutschland bei der Handball-EM dennoch perfekt. Vier Punkte nach zwei von fünf Hauptrundenspielen, damit liegt die Mannschaft mit der Maximal-Ausbeute auf Halbfinal-Kurs. Golla schaute sich die Szene auf dem großen Video-Bildschirm unter dem Arenadach an und entschuldigte sich bei Costa, während die Unparteiischen ihre Köpfe zusammensteckten. Kurz darauf erklärten sie ihre Entscheidung per Mikrofon. Die deutsche Mannschaft spielt bereits am Samstag wieder, dann gegen Norwegen (20.30 Uhr, ZDF und Dyn live).
Bei der EM verzichten die Schiedsrichter bewusst auf das Zücken der möglichen zusätzlichen Blauen Karte, die automatisch eine Sperre zur Folge hätte. Trotzdem landet jede direkte Disqualifikation bei der Disziplinarkommission. Wie ernst es die EHF meint, zeigt ein Blick auf den bisherigen Turnierverlauf: Wiktor Jankowski (Polen), Risto Vujacic (Montenegro), Victor Iturizza (Portugal) und Matic Suholeznik (Slowenien) wurden nach Roten Karten bereits gesperrt – teils für ein, teils für mehrere Spiele.
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Quelle: BILD
Die Gemeinsamkeit aller Fälle: Treffer im Gesichtsbereich, keine Blaue Karte – aber trotzdem ein Nachspiel. Die EHF verfolgt seit Jahren die Linie, jede direkte Disqualifikation von der Disziplinarkommission prüfen zu lassen, um den Druck von den Schiedsrichtern zu nehmen.
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