Tränen-Rede auf der Trauerfeier: Kirk-Witwe vergibt dem Killer ihres Mannes | Politik
Berlin/Glendale – Tränen funkelten in ihren Augen. Ihre Stimme zitterte, brach fast. „Dieser Mann, dieser junge Mann“, flüsterte, hauchte, presste Erika Kirk über den Mörder ihres Ehemanns Charlie hervor, die Augen immer wieder gen Himmel gerichtet. Dann sagte sie die wohl schwersten Worte, die ein Mensch aussprechen kann: „Ich vergebe ihm.“
Dem Mann, der ihrem Ehemann bei einer Diskussionsveranstaltung an einer Universität mit einem Gewehr in den Hals schoss. Dem Mann, der ihre Kinder zu Waisen, sie zur Witwe machte: „Ich vergebe ihm, weil es das ist, was Christus tat, und weil es das ist, was Charlie getan hätte.“
Bei der Trauerfeier für den ermordeten Trump-Aktivisten Charlie Kirk schickte die gläubige Christin ihre wichtigste Botschaft an die Welt: „Die Antwort auf Hass ist nicht Hass.“ Die Antwort sei „immer Liebe“, sogar „Liebe zu unseren Feinden und Liebe zu denen, die uns verfolgen“.
Immer wieder tupfte Erika Kirk Tränen weg, hielt das Taschentuch an ihren Mund
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Erika Kirk schaute gen Himmel, wenn sie über Jesus Christus oder ihren ermordeten Mann Charlie Kirk sprach – so als würde sie während ihrer Rede um Beistand bitten
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Die Witwe des Mannes, der von seinen Kritikern zu einem Hassprediger erklärt wurde, vergab seinem Mörder und predigte die Botschaft der Liebe.
Und Hunderttausende Menschen, die in das Football-Stadium gekommen waren, oder sich anderswo versammelt hatten, um des Lebens von Charlie Kirk zu gedenken, standen zuerst still da. Überrascht, getroffen von ihren Worten. Dann brandete gewaltiger Applaus auf.
Charlie Kirk mit Erika und ihren beiden Kindern
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Die Rede von Erika Kirk dürfte die gespaltenen USA aufrütteln und die junge Frau zu einer der bekanntesten politischen Aktivistinnen machen. Sie kündigt an, die Organisation ihres Mannes „Turning Point USA“ zu führen, gar „zehnmal stärker“ zu machen: „Seine Mission ist jetzt auch meine Mission.“
Zuvor hatten u. a. US-Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio politisch aufgeladene Trauerreden gehalten. Nach Kirk sprach Präsident Donald Trump. Sie alle würdigten Charlie Kirk in emotionalen Reden. Trump erzählte, dass Kirk ihm seinen späteren Vizepräsidenten Vance vorgestellt hatte und nannte ihn einen „wirklich guten Typen“, er konnte Charlie keine Bitte abschlagen.
Er machte jedoch klar, dass er die Botschaft von Erika Kirk nicht teilt: „Ich hasse meine Feinde. Ich kann sie nicht leiden.“ Trump attackierte in seiner Rede die „radikale Linke“.
US-Präsident Donald Trump (79) hatte eine andere Botschaft: „Ich hasse meine Feinde“
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Die Trauerfeier wurde auch zum politischen Schaulaufen der Republikaner. Schließlich ist Kirks Organisation eines der wichtigsten Wahlkampf-Instrumente der konservativen Partei, seine Anhänger gehören zum harten Kern der Trump-Bewegung.
Charlie Kirk wurde bekannt, indem er an Universitäten mit andersdenkenden Studenten diskutierte und Videos dieser Debatten veröffentlichte. Mit seiner konservativen Organisation unterstützte er Donald Trump und brachte ihm zahlreiche, zumeist junge Wähler ein. Bei einem Auftritt an einer Uni wurde er erschossen. Der mutmaßliche Täter Tyler Robinson (22) ist in Haft, es wird ein politisches Motiv vermutet.
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